Macht im Hochschulkontext

Eine besondere Herausforderung – Konstruktiver Umgang mit Macht im Hochschulkontext

Menschen, die in Hochschulen Führungsverantwortung übernehmen, müssen täglich bewusst und aktiv mit Macht umgehen und Macht ausüben. Sie tun dies in unterschiedlichen Rollen: u. a. als Fachkräfte in der Forschung, als Manager_innen in der akademischen Selbstverwaltung und als Prüfende in der Lehre und in Qualifikationsprozessen.

Dabei sind sie mit unterschiedlichen Arten von Macht belehnt, u. a. dem Wahlamt auf Zeit, der fachlichen Expertise, der personellen Führungsverantwortung. Die damit verbundene Mehrdimensionalität von Macht kann zu inneren Spannungen und Konflikten im Umfeld führen – insbesondere dann, wenn Menschen zugleich Subjekt und Objekt von Macht sind und in vielen unterschiedlichen Rollen auftreten.

Macht ist ganz pragmatisch notwendig, um zentrale strategische Führungsaufgaben – insbesondere in der Leitung von Instituten, im Amt des Dekans oder der Dekanin oder als (Vize-)Präsident_in – zu erledigen und eigene Spuren in der Organisation zu hinterlassen.
Das aktive, kraftvolle Ausüben von Macht ist im Hochschulkontext für viele Akteuer_innen jedoch nach wie vor tabu und gehört selbst für Professor_innen mit einem hohen Maß an Führungsverantwortung zu den großen Herausforderungen ihrer beruflichen Tätigkeit. Eine Vielzahl von Ambivalenzen wird sowohl im Führungshandeln als auch in der Führungskommunikation sichtbar und behindert eine klare Selbstpositionierung.

Workshops und Workshop-Reihen zum Thema „Macht im Hochschulkontext“

An mehreren deutschen und österreichischen Universitäten biete ich Workshops und Workshop-Reihen zum Thema „Macht im Hochschulkontext“ an.
Zentrale Fragen sind:

  • Wie können Menschen mit einem hohen Maß an Gestaltungsmacht in der Organisation Hochschule und im Wissenschaftssystem eine individuell und institutionell langfristig tragfähige Balance im Umgang mit Macht herstellen und bewahren?
  • Wie können sie dabei einen eigenen, unverwechselbaren Stil entwickeln, mit Freude gestalten, die Organisation prägen und lebendiges Vorbild für andere Frauen und Männer in der Hochschule sein bzw. werden?

Außerdem reflektiert werden folgende Themen:

  • Wie und wo wird Macht im Hochschulkontext sichtbar, wie und weshalb wird sie bisweilen ‚verschleiert‘? Wie wird sie ,hergestellt‘ und gelebt? Welche Funktion hat die Macht im System Wissenschaft, am Arbeitsplatz Hochschule und für die Individuen, die qua übernommenem Amt mit Macht(fülle) ausgestattet werden?
  • Was können Menschen im Kontext neuer Führungskonzepte die Führungs- und Kommunikationskultur an Hochschulen aktiv verändern?
  • Wie können Menschen in Führungspositionen heute unter Berücksichtigung von Gender- und Diversity-Perspektiven und im Einklang mit den eigenen Werten in einer im Kern nach wie vor patriarchal geprägten Organisation wie der Hochschule strategisch klug mit Macht umgehen?
  • Welche Rollenkonflikte auf der inneren und der äußeren Bühne bringt der tägliche Kontakt mit Macht für Menschen mit sich, die in der Gesamtorganisation bedeutsame Führungsrollen einnehmen?
  • Wie können Menschen in zentralen Führungspositionen in Hochschulen verhindern, zum Spielball der Machtspiele und Strategien anderer zu werden? Wie können sie sich und ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vor einer zerstörerischen Ausübung von Macht schützen?

Ziel der gemeinsamen Arbeit ist es, für eine innere Klarheit im Umgang mit dem Thema „Macht“ zu sorgen, die sich auf die eigene Positionierung und die Kommunikation positiv auswirkt – und darüber die Freude an Gestaltungsmacht und den damit verbundenen Möglichkeiten in der Hochschule zu wecken und zu vertiefen.

Referenzen und Referenzgeber_innen

Dr. Antje Mansbrügge, Töpfer-Stiftung in Hamburg.

Dr. Cornelia Raue, Leiterin der Abteilung „Organisationsentwicklung“ an der TU Berlin.

Prof. Dr. Cornelia Kasper, Leiterin des Arbeitskreises Gleichstellung an der Universität für Bodenkultur in Wien.

Helga Gotzmann, Zentrale Gleichstellungsbeauftragte der Leibniz Universität Hannover.

Dr. Katharina Reinholdt, Stellvertretende Gleichstellungsbeauftragte der Universität Erfurt.

Weitere zahlreiche Referenzgeber und -geberinnen auf Anfrage.